Interview

"Große Ehre, im Kurhaus zu spielen"



2010 sprang der erst 19-jährige Serge Zimmermann bei einem Konzert der Bamberger Symphoniker für einen erkrankten Solisten ein. Seitdem besteht zwischen Geiger und Orchester eine innige Verbindung. Wir sprachen mit Zimmermann während einer Probe in Frankreich.

Herr Zimmermann, Sie geben dieses Jahr am 4. Februar ein Konzert, also einen Monat vor dem Rosenmontag. Wie verbringen Sie Karneval bzw. Fastnacht?

Da muss ich leider zugeben, dass ich mit Karneval nichts am Hut habe. Köln ist meine Heimat, aber wir haben das mit der Familie immer so gemacht, dass wir zur Karnevalszeit geflüchtet sind. Und das tun wir heute noch so, wenn wir die Möglichkeit haben.

Diesmal verschlägt es Sie ins Kurhaus Wiesbaden.

Ich spiele zum ersten Mal im Kurhaus, kenne es aber gut, bin damit großgeworden. Wir sind sehr oft nach Wiesbaden gefahren, wenn mein Vater dort Konzerte hatte. Der Konzertsaal ist sehr schön, es ist eine große Ehre, im Kurhaus zu spielen.

Inwieweit ist es Segen oder Fluch, der Sohn eines bekannten Geigers wie Franz Peter Zimmermann zu sein?

Jeder, der in diesem Geschäft tätig ist, weiß, dass ein Familienname nur bis zu einem gewissen Punkt etwas bringen kann. Die Musikwelt ist gnadenlos. Wer auf der Bühne nicht entsprechend abliefert oder überzeugt, wird sehr schnell fallengelassen. Ich sehe das als zusätzliche Herausforderung mich durchzubeißen: Auch die zu überzeugen, die mir nicht wohlgesonnen sind,
sie umso mehr auf meine Seite zu ziehen.

Was nehmen Sie sich für 2019 vor?

Man frisst immer mehr Noten und möchte das Repertoire neu entdecken. Auch wiederentdecken. Wie jetzt in Wiesbaden mit dem Mendelssohn-Konzert: Das habe ich früher oft gespielt, das war immer mein Debütstück. Schön, es nach Jahren erneut aufzugreifen und aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Die Bamberger Symphoniker mit Serge Zimmermann am 4. Februar im Kurhaus Wiesbaden. Restkarten für das Konzert gibt es hier.